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18.02.2011

Wie man ganz leicht Kosten senkt

Nirgendwo lässt sich einfacher sparen als im Einkauf: Doch die wenigsten Mittelständler nutzen diese Chance.

Der Einkauf kann ein enormer Kostentreiber sein Das belegen Zahlen aus einer Studie der Münchner Einkaufsberatung Araia Consulting: Demnach lassen sich allein durch in vereinfachtes Design die Kosten in der Beschaffung um 10 Prozent senken. Varianten von Zulieferprodukten zu verringern, bringe eine Ersparnis von mehr als 7 Prozent. Die Finanzkrise hat dazu beigetragen, die Mitarbeiter im Unternehmen für das Thema Einkaufskosten zu sensibilisieren, sagt Marc Staudenmayer, Geschäftsführer von Araia Consulting. Und hat damit dem Einkauf vielerorts gute Dienste erwiesen: „Die Beschaffungsaufträge werden heute viel kritischer geprüft als irr der Vergangenheit“, heißt es in der Studie.

„Der Einkauf ist der wertvollste Kostenhebel, weil auf keine andere Art Einsparungen schneller realisiert werden können, sagt auch Gerd Kerkhoff, Geschäftsführer von Kerkhoff Consulting. Ist der Einkauf jedoch effizient strukturiert, könnten produzierende Unternehmen zwischen 8 und 12  Prozent sparen, bei Dienstleistern seien sogar bis zu 20 Prozent drin.

Doch vor allem Mittelständlern gelingt es oft nicht, den Einkauf effizient aufzustellen. Je kleiner das Unternehmen desto schlechter der Einkauf‘, sagt Thorsten Makowski, Geschäftsführer der Berliner Einkaufsberatung Valueneer. Häufig würden zum Beispiel gar keine oder nur selten Ausschreibungen durchgeführt und damit einer der wichtigsten Hebel zur Kostensenkung nicht genutzt.

Neue Ausschreibungsverfahren
Dabei können selbst kleine Mittelständler mit relativ einfachen Mitteln und ohne zusätzliches Personal sparen. Wenn Sparziele jedoch nicht erreicht oder Sparpläne erst gar nicht aufgestellt werden, ist dafür oft eine schlechte interne Kommunikation zwischen Einkauf und Technik verantwortlich. „Einkauf und Technik müssen aber schon sehr früh in neuen Ausschreibungsverfahren zusammenarbeiten“, sagt Einkaufsexperte Kerkhoff. Um auf Augenhöhe sprechen zu können, sollten die Einkäufer vor allem ein Grundverständnis für die zu beschaffenden Waren mitbringen. Das helfe auch bei den Verhandlungen mit den Lieferanten.

Laut der Studie der Münchner Einkaufsberatung Araia werde aber die Chance, von gleich zu gleich mit den Lieferanten zu sprechen und sie dadurch zum Partner zu machen, kaum genutzt. Und das, obwohl keiner die Produkte besser kennt als der Lieferant selbst. Dieses Know-how lasse sich beispielsweise durch Lieferanten-Workshops für den algemeinen Wettbewerbsvorteil nutzen. Auch der Lieferant profitiert, weil er sich als strategischer Partner präsentieren und für Innovationen werben kann.

Der Landmaschinenfabrikant hat dies bereits erkannt und arbeitet eng mit seinen Lieferanten zusammen. „Wir haben bi allen Produkten die wesentlichen Preiskomponenten einzeln aufgeschlüsselt, um genau zu wissen, was warum wie viel kostet und welches
die wichtigsten Kostentreiber sind, sagt Josip Tomasevic, Leiter des Konzerneinkaufs bei Claas. In Verhandlungen geht es jetzt nicht mehr nur um Preise, sondern auch darum, wie Produkte günstiger gemacht werden können - ohne Abstriche bei der Qualität. Tomasevic: „Je mehr Know-how wir einbringen, desto konstruktiver verlaufen die Gespräche.“

Bei Claas wurde die Zahl der Lieferanten für Produktionsmaterial drastisch verringert, von 1350 auf 966. Unter dem Strich wurde ein zweistelliger Millionenbetrag eingespart, immerhin fünf Prozent vom gesamten Einkaufsvolumen. Die nächste Herausforderung steht schon vor der Tür. Denn vergangene Wirtschaftszyklen haben gezeigt, dass im Aufschwung die Kostendisziplin schnell unter die Räder kommt. „Wir beobachten zunehmend die Unsitte, dass dann mitunter planlos und an geregelten Prozessen vorbei eingekauft wird‘, sagt Staudenmayer. Maverick Buying - wilder Einkauf nennen das die Experten. „Das ist ein Renditekiller ersten Grades.“

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