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21.04.2011

Mangelhaftes Schnittstellenmanagement im Einkauf verschenkt Potenziale

Der Einkauf ist in vielen Unternehmen noch nicht in die Produktentwicklung und Produktion eingebunden. Obwohl die Entscheidungswege in der Regel kürzer sind und die Übersichtlichkeit größer ist, greifen die Funktionsbereiche bei mittleren Unternehmen noch nicht optimal ineinander.

Auch abseits von Produktion und Produktentwicklung werden nicht alle Schnittstellen zwischen dem Einkauf und anderen Abteilungen des Unternehmens genutzt. Die Folge: Maverick Buying ist noch immer ein großes Problem. Durch ungenügendes Schnittstellenmanagement lassen Unternehmen immer noch sehr viele Potenziale ungenutzt.

Dies hat eine aktuelle Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Einkaufs- und Supply-Chain-Beratung Kerkhoff Consulting ergeben. "Bis zu 80 Prozent der Kosten eines Produkts werden bereits bei der Entwicklung festgelegt. Nur wenn Einkaufsmanager schon in dieser frühen Phase involviert sind, können die kostenoptimalen Waren beschafft werden", betont Gerd Kerkhoff, Vorsitzender der Geschäftsführung der Kerkhoff Consulting. "Ist ein Produkt bereits fertig konzipiert, bleibt Einkäufern häufig nur noch die Möglichkeit, als reiner Bestellabwickler die festgelegten Teile zur benötigten Menge zu ordern – für Verhandlungen bleibt kein Spielraum. Und so entgeht Unternehmen großes Kostensenkungspotenzial."

Zentrale Ergebnisse:

  • Besonders bei mittleren Unternehmen besteht noch Nachholbedarf: 54 Prozent der Mittelständler geben an, dass der Einkauf "weniger stark/kaum, gar nicht" in die Produktentwicklung eingebunden ist.
  • Enger arbeiten Produktentwicklung und Einkauf in sehr großen Unternehmen zusammen, 46 Prozent geben eine "starke/sehr starke" Einbindung des Einkaufs an. In der Produktion sind es 65 Prozent.
  • Gerade in der Produktentwicklung werden schon durchschnittlich 80 Prozent der Kosten festgelegt. Kostenoptimale Waren könnten durch Einbindung des Einkaufs ermittelt werden. Insbesondere durch den Einsatz eines Cost Breakdown Tools. Diese können die genauen Kosten eines Produkts schon in der Konzeptionsphase ermitteln. Durch genaue Kalkulationen lassen sich auch Make-or-Buy-Entscheidungen kostenoptimal treffen. Lediglich 13 Prozent der mittleren Unternehmen nutzen bereits ein solches Tool. Bei den sehr großen Unternehmen ist es immerhin ein Drittel.
  • Auch Schnittstellen zu anderen Abteilungen werden vernachlässigt. 44 Prozent der mittleren Unternehmen geben an, dass Maverick-Bying üblich ist/in Ausnahmefällen vorkommt. Doch auch große Unternehmen sind hier nicht besser aufgestellt.
  • Den Unternehmen entgeht großes Kostensenkungspotenzial. Und das alles, obwohl 72 Prozent der mittleren und 79 Prozent der großen Unternehmen ihr operatives Ergebnis durch Kostensenkungen verbessern wollen.

 

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